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Chris Dreier und Andreas Wünschirs

FELD 1 - 4

10.11.2012 bis 13.01.2013

FOTOGRAFIEN

Andreas Wünschirs
wurde 1967 in Berlin geboren und studierte an der Hochschule für
Grafik- und Buchkunst (HGB) in Leipzig.
Wenn man seine seriellen Arbeiten betrachtet, hat es den Anschein als würde man sich
mit dem facettenartigen Blick eines Insekts durch die Welt bewegen. Er offenbart einen
minimalen Perspektivenwechsel eines Ortes und vermag damit so viel mehr, und eben
auch so wenig zu verraten.
In Wünschirs Bildern präsentieren sich Räume und Ortschaften, in denen die Grenze
zwischen Vergangenheit und Gegenwart aufgelöst wird. Seine metaphorischen Essays
schaffen einen Kosmos, der an Vergangenes erinnern lässt und gleichzeitig Raum für Illusion und Mehrdeutigkeit gibt.
Durch die Veränderung der Blickwinkel, spielt er mit der Fähigkeit der Fotografie
verschiedene Wirklichkeiten aufzuzeigen, und führt damit den Betrachter auf erstaunliche
Weise zu sich und seiner eigenen Person zurück.
Die Erkenntnis des Abgebildeten, die vermeintlich näher rückt, wird nie völlig aufeglöst,
sondern wirft weitere Fragen auf. Dadurch liegt es in der Konsequenz an uns, die
Geschichten in Wünschirs Bildern zu dekonstruieren und weiterzudenken.

 

Chris Dreier
wurde 1961 in Wuppertal geboren. Nachdem sie Anfang der 80er Jahre

Mitglied der Band
Die Tödliche Doris war, begann sie 1983 ihr Studium der visuellen

Kommunikation an der HdK Berlin. Ihre Studienzeit finanzierte sie sich mit einem Job als
Lastwagenfahrerin und entdeckte dabei ihre Leidenschaft für verlassene und brache
Industriegebiete.
Chris Dreier spielt gekonnt mit unseren Wahrnehmungsstrukturen und Illusionen.
Malerisch gefärbte Szenerien stehen den abgebildeten Schlachtfeldern und
Kriegsschauplätzen konträr gegenüber. Dieses Spannungsfeld fesselt auf ungewöhnliche
Weise und erinnert an eine vergessene Epoche.
Sie lässt einen zeitlosen Eindruck entstehen, in dem Vergangenes und Gegenwärtiges
miteinander verschmelzen. In Dreiers Fotografien, die sie mit selbstgebauten
Lochkameras und Zoneplatekameras aufnimmt, bleiben lediglich die feststehenden
baulichen Strukturen als historische Fragmente der Zeit sichtbar. Die restlichen Puzzelteile
bleiben nahezu verborgen.
Nicht der Moment, sondern die bleibende Dauer lädt den Betrachter ein zu verweilen und
in Dreiers traumhafte und zugleich stählernde Welt

Ann Christine Freuwörth